Wappen, Zunftzeichen

Wappen und Zunftzeichen, Reliefs und Skulpturen

Steinbildhauer Frank Döhler

 

Wappen und Zunftzeichen

Herkunft und Bedeutung

 

Wappen, in Form der Schutzschilde, sind erst seit dem 12. Jahrhundert bekannt. Sie entstanden mit den Heeren der Kreuzritter

und wurden, oftmals abgewandelt, bis in unsere Zeit überliefert. Sie waren als Zeichen äußerst wichtig, damit man

im Schlachtengetümmel nicht versehentlich dem Waffenbruder den Schädel einschlug.

 

Damit erklären sich auch die mitunter grellen Farben der Wappen, sie sollten ja aus größerer Entfernung sichtbar sein.

Neben den Fahnen waren der Helm und das Schild und der Brustpanzer der bevorzugte Platz, um ein Wappen dazustellen. Daraus ergab sich, dass Banner, Helm und Schild nunmehr die bestimmenden Elemente der Wappen wurden.

 

Allianzwappen   Familienwappen mit Hufeisen, Sandstein

Allianzwappen eines Ehepaares, aus rotem Mainsandstein                                                                    Familienwappen mit Hufeisen aus Sandstein

Wappen mit Schwertarm, Dietenhaner Mainsandstein   Familienwappen mit Löwen 

Familienwappen mit Schwertarm                                                              Familienwappen mit Löwen

 

Anfangs wurden die Wappen gemalt, später auf Tuch, mittels Stempel, gedruckt. Wahrscheinlich zur gleichen Zeit begann man damit,

sie in Stein zu hauen. An Schlössern und Burgen, über den Portalen, kann man sie heute noch finden. Von der reinen Information wandelten

sich die Wappen zum Schmuck mit reichhaltigem Zierrat, untrennbar mit dem Namen verbunden. Man machte „Staat“ mit seinem Namen.

Auch Wappen unterliegen den Stilrichtungen von der Gotik über die Renaissance und dem Barock, bis zur Moderne.

Details eines Familienwappens   Detail einer Akanthus Ranke eines Familienwappens

Wappendetails mit den, seit der Antike sehr oft verwendeten, Akanthus-Ranken

 

Detail eines Wappens, der Helm.    Details im Wappen, Helm und Helmzier

Wappendetails, der Helm und die Helmzier.

 

Wappendetail mit eingelegter Goldmünze

Wappendetail mit eingelegter Goldmünze

 

Wappen am Wasserschloss Gnemern

Das leider verwitterte Wappen des Wasserschlosses Gnemern in Mecklenburg

 

Wappen führte nicht nur der Adel, auch bürgerliche Wappen entstanden. Sie alle waren einem ständigen Wandel unterworfen.

Durch Heirat und Geburt entstanden immer neue Familienzweige, die oftmals Elemente aus beiden Familienlinien in ein neues Wappen einfließen ließen.

 

Eigentlich begegnen uns Wappen auf Schritt und Tritt. Staaten führen Wappen. Deutschland hat den Bundesadler. Die Bundesländer, bis hinein in die Städte und Gemeinden führen ihre Wappen, sogar Sportklubs haben ihre Wappen.

 

Wir spannen den Bogen noch weiter: Auch die Berufsgruppen, also die Zünfte, haben ihre Wappen. Hier als Zunftzeichen beschrieben. Studentenverbindungen haben ihre Studentenwappen.

Wappen des Landkreises Nordwestmecklenburg     Zunftzeichen Äskulapstab

 Wappen des Landkreises Nordwestmecklenburg                  Zunftzeichen der Mediziner, der Äskulapstab

 

 

Wappenkunde (Heraldik)

Wie ein Wappen auszusehen hat, die Erklärung der Elemente eines Wappens und wer überhaupt ein Wappen tragen darf, erklärt die Heraldik. Sie ist ein unglaublich umfassendes Regelwerk, welches von Laien kaum zu durchschauen ist. Deshalb gibt es auch hierfür Fachleute.

Beispielsweise dürfen Farben nicht an Farben grenzen und Metalle nicht an Metalle. Spätestens bei der Umsetzung dieser Regel bekommen Sie graue Haare und wenn Sie sich Wappen der Städte und Gemeinden anschauen, entdecken Sie hier bereits Verstöße. Werden die geahndet? Ich weiß es nicht. Im Internet werden die Betroffenen gelegentlich mit Hohn und Spott überzogen.

Beispielsweise fallen bei Schwarz-Weiss-Drucken von Wappen unterschiedliche Schraffuren auf. Auch dafür gibt es feste Regeln - jede Art der Schraffur ist einer bestimmten Farbe zugeordnet. Senkrechte Schraffur bedeutet beispielsweise Rot. Auch Wappenbeschreibungen irritieren oft, da die Bezeichnungen "links" und "rechts" vertauscht erscheinen. Wappen werden aber aus der Sicht des Trägers beschrieben, man muß also gedanklich "umschalten".

Grundsätzlich darf jede juristische oder natürliche Person ein Wappen führen, bzw. entwerfen lassen, wenn die dafür vorhandenen Spielregeln eingehalten werden. Auch in unserem BGB wird der Schutz des Wappens, wie der des Namens, anerkannt. Es wird in die Wappenrolle eingetragen, um Dopplungen zu vermeiden und um Ihren Anspruch zu sichern.

 

Wappen heute

In unserer modernen Zeit kommen Wappen wieder in Mode. Egal ob im privaten oder im geschäftlichen Bereich, das Wappen (oder Zunftzeichen) erscheint immer öfter auf Briefköpfen, jeder amtliche Bescheid enthält ein Wappen und das Wachssiegel mit Wappen erfährt eine Renaissance. Zunftzeichen schmücken wieder zunehmend die Handwerksbetriebe und beim Bäcker hängt über der Tür wieder die gute, alte Brezel.

 

Zunftzeichen Bäcker

Ein Zunftzeichen der Bäcker, Sandstein.

 

Ein Wappen oder Zunftzeichen aus Sandstein über der Tür, ist natürlich ein absoluter Augenkitzel und wenn ich Sie dazu anregen konnte, bin ich Ihr Mann für die Umsetzung.

 

Kurioses rund um Wappen:

- der Polizei in Hamburg und in Niedersachsen wurde 2010 mitgeteilt, dass sie ein Hanfblatt im Wappen haben . . .

- 2012 liefen die spanischen Fußballer versehentlich mit der französischen Bourbonen-Lilie auf, Adidas besserte nach . . .

- der Ort Bebra mußte Infotafeln neu fertigen lassen, da sich der abgebildete Biber auf geheinmisvolle Art umdrehte und nach der verkehrten Seite    schaute . . .

- 2009 druckte eine österreichische Zeitung statt dem Österreichischen, das Tiroler Wappen - Eklat!

- es gibt mehrere Varianten des Kölner Wappens, das Echte hat wohl elf Tropfen, nicht zehn, nicht zwölf, nicht . . .

 

Bildhauerarbeiten aus eigener Werkstatt von

Steinbildhauer Frank Döhler, OT Madsow 1, 23974 Neuburg, Tel.: 03 84 26 - 2 10 83

 

 

 

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